Samstag, 18. März 2017

Mut zur Lückenpresse



Während am Bosporus zwischen den Bitten an Deutschland um wirtschaftliche Hilfe indirekt mit einem potentiellen Heiligen Krieg gedroht wird (der zwar irgendwie kommen wird, aber man trotz dieser Sicherheit der türkischen Seite nichts direkt damit zu tun haben will), man scheinbar den Lebensborn neu zu beleben versucht und sich immer dringlicher die Frage stellt, wie groß der Einfluss der rechtextremen Grauen Wölfe innerhalb der türkischen Politik und im Ausland ist, beschäftigt man sich derzeit auf beiden Seiten des Atlantiks lieber mit ganz anderen Dingen.

Oder tut das zumindest eine Zeit lang. Nachdem herauskam, dass es in einigen Bundesstaaten der USA doch keine weiteren ungezählten Stimmen für Hillary Clinton gab (sondern peinlicherweise für Donald Trump), ging man jetzt dazu über, eine geleakte Steuererklärung Trumps ganz groß als Beweis dafür zu präsentieren, dass er eine eindeutig korrupte Persönlichkeit sei, die - wenn schon leider gültig gewählt - es eigentlich nicht wert sei, Präsident zu sein. Wie man bei uns in Deutschland weiß, ist Steuerhinterziehung eine ganz schlimme Sache.
Schlimmer ist es vielleicht noch, AfD-Mitglied zu sein. Jedenfalls ist es schlimmer, als in der Öffentlichkeit zu rauchen oder Manager bei VW zu sein. Also ein gefundenes Fressen für all diejenigen, die händeringend wichtige Argumente gegen Trump brauchen und mit denen man auch die Verkaufszahlen ein wenig ankurbeln kann.

Nur dumm, wenn wieder einmal das Gegenteil herauskommt - und man nie wieder darüber berichtet.
Aber dafür andere - wie Le Penseur:

[...] Leute begannen zu vergleichen und fanden raus, dass Trump mit >25% Steuerquote mehr Steuern zahlt als die Oligarchen Clinton und Bush, mehr als Sanders (nur 13% Steuerquote) und mehr als das milliardenschwere Medienkonglomerat hinter MSNBC [...]


Erst groß Tamtam um irgendeine Vermutung machen, dann eine gähnend klaffende Lücke zurücklassen. Mit der man natürlich nichts zu tun haben will und die eigentlich nicht existiert.

Und das liebe Kinder, nennt man "Lückenpresse". :3



Samstag, 11. März 2017

Die Verschwörungstheorie ist wahr.

Ist zwar nicht so spannend wie die Behauptung, der Vatikan plane eine politische Invasion von Kanada aus, um dem U.S.-Amerikanern ihr wichtigstes Recht zu nehmen - natürlich das auf privaten Waffenbesitz.
Aber irgendwie doch schon überraschend. :3


Kleine Schleichwerbung für eine Militär-Zeitschrift

Und das hat auch seinen Grund.

In der neuesten Ausgabe des Militär-Magazins "Husar" (Nr. 2/Apr./Mai/Jun. 2017) wurde ein hoch interessanter Artikel über die Seeschlacht bei Lepanto abgedruckt; was besonders historisch Interessierten zu empfehlen ist, die mehr über die Vorgeschichte, die Umstände der Schlacht und die militärische Ausrüstung und Strategien der beiden Seiten erfahren möchten. Plus Geschichte über das berühmte Arsenal von Venedig.

Ein kleiner Überblick über das enthaltene Bildmaterial mit Graphiken, Originalmaterial, Rekonstruktionen (besonders zu empfehlen für Modellbauer und Hobbyzeichner) und Karten  dürfte schon überzeugen (außer natürlich die Sache, dass der Doge von Venedig auf Seite 13 fälschlicherweise als "Papst" bezeichnet wird):






Im Handel erhältlich ist diese Ausgabe bis zum 7. Juni.
Daumen hoch!



P.S. an alle Raubkopierer: Kopieren bringt hier nichts, da die Details dieser Aufnahmen (absichtlich) zu verschwommen sind. Seid also bitte so nett und besorgt euch die Originalausgabe. Das gibt der Redaktion und deren Mitarbeitern positive Rückmeldung. Außerdem wollen sie auch ihren gerechten Lohn für ihre Arbeit und Mühen erhalten. 

Dankeschön.



Mittwoch, 8. März 2017

Zum Weltfrauentag...



... ein interessanter Ausflug in die Geschichte Siziliens.


[...] Von der acht Jahre alten Angelina Romano, von Don Benedetto Palermo und den anderen Hingerichteten findet sich nichts in den offiziellen Geschichtsbüchern Italiens und nichts in den Geschichtsbüchern an den Schulen. „Auch nichts in der ‚Geschichte‘ der Frauenbewegung, die natürlich ideologisch anders gestrickte Frauen ehren und ihrer gedenken muß“, so der Historiker Beggiato.

Eine Stadt durchbrach jüngst die Mauer des Vergessens und des Schweigens. In der kalabrischen Stadt Vibo Valentia wurde an das Massaker von Castellammare del Golfo erinnert, und eine Straße nach der kleinen Angelina Romano benannt. Es ist nicht irgendeine Straße. Die Straße war zuvor nach General Enrico Cialdini benannt, der sich zahlreicher Massaker des Königlichen Italienischen Heeres in Süditalien und auf Sizilien schuldig gemacht hatte. Die Umbenennung kommt einem Paradigmenwechsel gleich.
[...] 


Donnerstag, 2. März 2017

Zur Fastenzeit. Oder: Dom Guéranger über den Stolz



Die Feinde, gegen die wir kämpfen müssen, sind von zweierlei Art: Innerlich und äußerlich.
Die erste sind unsere Leidenschaften, die zweite sind die Dämonen. Beide werden uns durch den Stolz gebracht - und der Stolz des Menschen begann als er sich weigerte, seinem Gott zu gehorchen.
Prosper-Louis-Pascal Guéranger


Dieses Zitat fand ich übrigens hier.



Einzig der Name ist´s, der stört...



Wenn das der "Staatsfeind Nummer Eins der Pressefreiheit" sein soll...
Was ist dann der Typ daneben, der jetzt einen Buchvertrag abgeschlossen hat?


[...] Der Bericht "The Obama Administration and the Press", den Downie für die Organisation "Committee to Protect Journalists" verfasst hat, zeigt die hässliche Seite des Umgangs der US-Regierung mit Medienvertretern - etwa eine irreführende Informationspolitik, elektronische Überwachung von Journalisten oder eine dramatisch angestiegene Strafverfolgung von Informanten und Investigativreportern. "Das ist die verschlossenste Kontrollfreak-Regierung, über die ich jemals berichtet habe", sagt David E. Sanger, Washington-Korrespondent der "New York Times". Und die ABC-Korrespondentin Ann Compton nennt Obama den "intransparentesten aller sieben Präsidenten" ihrer Karriere. 

Downie sprach mit zahlreichen Kollegen, Medienexperten und Regierungsvertretern. Sein Fazit: Es herrscht ein Klima der Angst in dem Land, das sich die Pressefreiheit bereits 1791 in die Verfassung geschrieben hat.
[...]


Dienstag, 28. Februar 2017

R.I.P. Hans Buschor


[...] Als ich vor 40 Jahren Pfarrer Buschor kennen lernte, war er aktiver Pfarrer in der Schweizer Gemeinde Gais. Auf dem Dachboden seiner Kirche hatte er längst eine Art Filmstudio errichtet und versicherte jedem Besucher, er werde irgendwann einen Fernsehsender aufbauen. Selbst ihm Gutgesinnte konnten darüber, schon wenn sie die alte Holztreppe des Dachbodens wieder hinunterstiegen, nur kopfschüttelnd lächeln. Unglaublich, mit welcher Energie, Entschlossenheit und Gottvertrauen er sein Lebenswerk umsetzte und seinen Traum vom eigenen katholischen Fernsehen verwirklichte. Er wusste – und das sagte er mit spürbarem Stolz: "Ich bin Pfarrer der größten Diözese Europas." Hans Buschor ist zweifellos ein Medienapostel der Neuzeit, einer, der mit leidenschaftlichem Eifer und unbeschreiblichem Gottvertrauen etwas ins Werk gesetzt hat, das lange nach seiner Zeit noch Menschen zu Christus führen wird. [...]


Am Sonntag verstarb mit 84 Jahren Pfarrer Hans Buschor, der 1999 den katholischen Fernsehsender K-TV gründete. Hohe Bekanntheit erlangte er vor allem für seinen Dokumentarfim "Pater Pio -Vater von Millionen", bei dem er die letzte Messe des Heiligen Pater Pio von Pietrelcina aufnahm, der es sogar zum Kinofilm schaffte.




Requiem aeternam dona ei, Domine.
Et lux perpetua luceat ei.
Requiescat in pace.

Amen


Donnerstag, 23. Februar 2017

Ich bin schizophren. Wir dürfen das...


[...] Das Magazin erzählt die Geschichten von Erika Anderson und anderen Durchgeknallten. Überlegen Sie sich also, ob Sie wirklich weiterlesen wollen. Es könnte der finale Angriff auf Ihre Nerven sein. [...]


Und ungefähr ab diesem Punkt bei schaltete mein Hinterkopf wieder mal "Ich tu dir weh" von Rammstein ein...
Die entsprechend bissigen Kommentare des Verfassers haben den Artikel aber zum Glück einigermaßen lesbar gemacht.
Da kommt man sich wenigstens in der weiten Welt nicht mehr so bekloppt vor :3

[...] Erika Anderson hat nach einer Scheidung „sich selbst“ geheiratet. Die Hochzeitsfeier fand mit vielen Geladenen auf einer Terrasse im New Yorker Stadtteil Brooklyn statt. Die Braut trug ein klassisches, weißes Brautkleid. Sie sprach auch eine Art Eheversprechen an sich selbst: „Ich habe mich für Dich entschieden“. Dann kippte sie zwei Gläser Whiskey hinunter, schließlich mußte sie ja für „beide“ Brautleute trinken. Ein Glas für sich und eines … für sich.

Zur Selbstheirat waren Hochzeitseinladungen verschickt worden, es gab eine Hochzeitsliste und einen Verlobungsring. Hätten es eigentlich nicht zwei sein müssen? Erika gestand dem Monatsmagazin: „Die Entscheidung war nicht leicht“. Offensichtlich hat Erika Probleme mit sich selbst. Da will eine Ehe schon gut überlegt sein.
[...] 

Nicht vergessen: Das ist alles "Lebenswirkichkeit"...


Freitag, 17. Februar 2017

P. Desiderius Lenz OSB und die Beuroner Kunst...



... werden nun mit der Reproduktion des Werkes „Liber Evangeliorum. Die Buchmalerei der Beuroner Kunstschule“ geehrt.

Das weltweit bekannteste Werk aus der Erzabtei ist bis heute - was nur wenigen bekannt sein dürfte - das Design der Benediktusmedaille, deren Form ebenfalls Lenz übernommen hat.

Obwohl sich die Kunstschule eng an den Nazarenern orientierte, tendierte sie doch sehr stark zu einer modifizierte Form der ägyptischen, altchristlichen und byzantinischen Stile, die man beinahe schon als Vorläufer des Art déco bezeichnen könnte, wäre da nicht der geographische und zeitgeistliche Graben zwischen beiden Kunststilen.

Besonders die Beschäftigung des Paters mit einer ägyptisch angehauchten Sakralkunst tragen zu diesem Eindruck bei.
Ein Kuriosum dürfte sein Bauplan für eine Kirche in der Form eines Tempel mit Pyramide im Sakralbereich sein (habe den Plan selbst einmal bei einer Ausstellung gesehen, konnte aber leider noch keine Bilder davon in Netz finden), für die es nie zur Bauerlaubnis kam. Dagegen ist bis heute die Mauruskapelle mit den eindrucksvollen Fresken erhalten, sowie ein ägyptisch angehauchter Tabernakel in Beuron und entsprechende Ornamente in der Kirche St. Gabriel in Prag.
Und natürlich jede Menge Illustrationen...










Warum also an den Nil fahren, wenn man schon alles beinahe vor der eigenen Haustüre hat? 
Oder im Messbuch... :3


"Small Soldiers" Reloaded...

[...] Cayla weiß zu viel – und gehört deshalb zerstört, hat jetzt die Bundesnetzagentur entschieden. 
Eltern sind seit Freitag dazu aufgerufen, die Plastikpuppe „unschädlich zu machen“, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt. Zwar könnte Cayla mit ihren großen blauen Augen und dem engelsgleichen Haar unschuldiger kaum aussehen. Tatsächlich ist sie aber eine getarnte Abhöranlage, hat der Saarländer Jura-Student Stefan Hassel herausgefunden. Denn Cayla kann Bild- und Tonaufnahmen aus dem Kinderzimmer in die ganze Welt senden. [...]

Ach ja. Das weckt Erinnerungen an einen Film, bei der diese Aktion beinahe daneben ging...



Samstag, 11. Februar 2017

Niedergang der Blogozese???

Catholicism WOW kann ich mich widerspruchslos anschließen. Der Artikel von Armin Schwibach behandelt weniger einen reellen Niedergang katholischer Blogs denn das scheinbare Abebben der Benedikt-Begeisterung innerhalb der Blogozese. Und schießt auch dort ordentlich daneben.

Einerseits ist Benedikt noch am Leben. Alleine das hat die Begeisterung für seine Person und sein Wirken noch lange nicht abebben lassen. Man erkundigt sich regelmäßig nach seinem Zustand, man bringt auch öfters humoristische Bilder im Umlauf. Generation Benedikt lässt grüßen.
Und selbst wenn er sterben würde: Mit solchen Bildern im Hinterkopf und seinem umfassenden theologischen Wirken kann ich es mir leicht vorstellen, dass nach wenigen Stunden die ersten Römer mit Santo subito-Transparenten auf die Straße laufen.

Zum anderen ist die sogenannte Blogozese noch ziemlich viral drauf. Man achte nur mal auf die immensen Reaktionen auf die Äußerung von Kardinal Marx, Bloggen führe bisweilen zu Verblödung. Das war über zwei Jahre, nachdem Benedikt zurückgetreten ist. Und lange vor Joseph Ratzingers Wahl betrat eines der bisher ältesten deutschsprachigen katholischen Blogs die Bühne des Internets.

An Benedikt selbst kann es also nicht wirklich liegen.
Der Heilige Geist wirkt, wo er will. Da können Blogs katholisch werden oder Blogger konvertieren. Die Überdosis Koffein und die Nerdigkeit der Verfasser tut dann den Rest.


Apropos: Wenn Benedikt alleine schon angeblich für den Bloggerhype verantwortlich sein soll - was könnte dann hypothetisch gesehen erst ein potentieller Nachfolger von Franziskus alles anrichten...




Vox populi non est vox plebis...



Viele, die die römischen Traditionen nicht kennen, werden sicher den "Traditionalisten" die Plakataktion gegen Papst Franziskus in die Schuhe schieben. 

Für den in den letzten Jahren entstandenen und immer lauter vertretenen massenmedialen Pöbel (plebs divulgationis) ist es eigentlich typisch, für unerklärliche Vorgänge, die einen scheinbar überfordern, gerne nach ominösen Gesellschaften oder Einzelpersonen Ausschau zu halten, um sich nachts auch versichern zu können, überhaupt noch gut schlafen zu können. 

Man hat zwar keine Ahnung, was in einem anderen Land vor sich geht - aber hey: Man hat einen Schuldigen, den man irgendwann einmal sicher aushebeln wird - oder den sicher irgendwann mal jemand abknallen wird. Problem erledigt. 
Klappte ja auch ganz toll bei den Hexenjagden.

Unangenehm wird es jedoch, wenn man mit der Realität konfrontiert wird.

Aber die kann man ja auch ganz einfach ignorieren. 
Wie beispielsweise die peinliche Sache mit den Bussen...