Freitag, 15. Dezember 2017

BBC deckt weltweite Verschwörung auf!



Die Achse des Guten kennt natürlich die genaueren Hintergründe zu den Konsequenzen, die BBC aus diesem Vorfällen gezogen hat:

[...] Sie alle: die Freimaurer und die Ingenieure, die römischen Konstrukteure des Pont du Gard und die Kriegsmaschinenerfinder längs durch die Weltgeschichte, ganz zu schweigen von Gustave Eiffel, Gottfried Semper und Karl Friedrich Schinkel, hätten als Kinder viel lieber mit Puppen gespielt und ihnen Kleidchen genäht, wären sie nicht von Bob dem Baumeister schleichend, aber unerbittlich in eine sogenannte Jungenrolle hineinsozialisiert worden.

Denn Jungen sollen nach der Bob-Ideologie nicht das tun, wozu sie eigentlich geschaffen sind, nämlich weich und zärtlich sein, Kinder kriegen und soziale Wärme ausstrahlen, sondern sie werden zu Mechanik-Monstern umgepolt. Wegen Bob dem Baumeister interessieren sie sich für Grobes und Klotziges, sie lieben die Wirkung und Übertragung von Kräften und ergötzen sich an allem, was mit Energie zu tun hat.
[...]

Werden wir nach dieser langen dunklen Zeit des patriarchalischen und seine Umwelt hinterwältlerisch unterwerfenden Baumeisters, der die Welt so lange in geistige Dunkelheit hüllte, nun endlich in das leuchtende und die Menschheit erneuernde Zeitalter der weltoffenen neutrale "Problemlöserin" treten?

Nicht vergessen: Die Bobisten haben die Freimauererlogen ins Leben gerufen. Und wie die Loge der Illuminaten nie wirklich ausgestorben ist und die Geschicke der Welt im Verborgenen lenkt, so wird es wohl auch weiterhin diverse Verschwörer in unserer Gesellschaft geben, die vom Kindergarten bis ins Altersheim hinein die destruktive Ideologie des Baumeisters in sich tragen: 

"Können wir das schaffen? - Jo, wir schaffen das!"

Anders kann man sich einfach nicht erklären, warum die "Geschlechterrollen" (siehe 3:37) weiterhin stabil bleiben. 

[Satire AUS]



Mittwoch, 13. Dezember 2017

John Lennox: Ich kenne dich nicht als Person, bis du dich mir offenbarst


Als adventliche Vorbereitung ein kurzes, aber signifikantes Statement von John Lennox, dem "Lieblingsfeind" von Richard Dawkins. Neben der natürlichen Gotteserkenntnis ist es für Gott nicht nur als intelligibles Wesen, sondern als beziehungsfähige Person nötig, sich auch so dem Menschen zu offenbaren.





Fr. George Rutler: Urteil ohne Überzeugung ist Irrsinn



Um eines im Voraus klarzustellen: Diese beiden Artikel bringe ich eigentlich nur deswegen in Verbindung, weil ich zeitgleich über sie gestoßen bin. An der Aussagekraft von Fr. George Rutler, der die Ursache beim Namen nennt, ändert das jedoch praktisch nichts.


Der Irrsinn ist nicht ein Mangel an Verstand; er ist ein Mangel an Urteilskraft. Der zweite Adventssonntag konzentriert sich auf den rechten Gebrauch der Urteilskraft in Vorbereitung auf das Kommen von Christus, dem Logos, dem Ursprung aller Schöpfung. Er ist der gerechte Richter, weil er die höchste Urteilskraft ist und es wäre eine Form von Irrsinn, dies nicht vom Logos zu erwarten. [...]

[...] "Doppeldenker" können nicht mit den Konsequenzen ihrer Manipulation der Logik zurechtkommen. Unreife Studenten, die randalieren, wenn ein Professor mit ihnen nicht übereinstimmt [Beispiel], und Wähler, die in den Himmel schreien [pers. Anm.: Nein. Das ist leider keine rhetorische Übertreibung], wenn eine Wahl nicht nach ihrem Willen verläuft. Ihre eigene Intoleranz nennt sich Toleranz, aber es ist eine falsche Toleranz, die - wie Chesterton formulierte - Tugend von jemandem sei, der keine Überzeugungen hat. 

Die selben Leute, die Fragen "Wer bin ich, dass ich urteile?" urteilen sofort, um ungezügelt zu urteilen, und politisieren diese Urteile, um klarzustellen, dass diese Gerechtigkeit die Rechtsprechung ersetzt. Sicher verbietet unser Herr, über das menschliche Herz und das Seelenheil zu urteilen (Matthäus 7,2), aber die Grenze zwischen Richtig und Falsch zu verwischen, was die Theologen als Antinomismus bezeichnen, verwandelt eine komplette Gesellschaft i  eine lärmende Irrenanstalt.



Dienstag, 5. Dezember 2017

"Ich will mir den Kopf abschneiden"

"Warum?"

"Weil ich ein Gespenst sein will. Du kannst fliegen, wenn du ein Gespenst bist, nicht wahr?"

"Technisch gesehen ja. Aber es gibt wahrscheinlich so was wie Gespenster nicht. Also schneide dir nicht den Kopf ab."

Gavin McInnes zum Thema "Hormonblocker" (ab 2:20). 
Anschaulicher kann man es einfach nicht erklären.





Dienstag, 21. November 2017

Donoso Cortés: Gómez Dávila ist nur die Einstiegsdroge ...



... wenn es um die Kritik am politischen und gleichzeitig universal-ideologischen Liberalismus geht.

Einen etwas älteren, aber höchst lesenswerten Artikel zum spanischen Diplomaten und Staatsphilosophen, der bei uns im deutschsprachigen Raum praktisch leider unbekannt ist, gibt es auf der Seite des Magazins Sezession.


[...] An den Grafen Montalembert schrieb Cortés: „Meine Bekehrung zu den richtigen Prinzipien verdanke ich in erster Linie der Barmherzigkeit Gottes und dann dem gründlichen Studium der Revolutionen." [...]

[...] Für Cortés ist die Theologie der Schlüssel zur Geschichte der Völker. In der Art und Weise, wie die Menschen und Völker den Namen Gottes ausgesprochen haben oder aussprechen, liege die Erklärung für ihr Schicksal. 

Seit der Menschwerdung Gottes ist „die eine heilige, katholische, apostolische, römische Kirche, der mystische Leib des Herrn, [die Institution, die] die Welt lehrt, was sie aus dem Munde des Heiligen Geistes vernimmt". In der menschlichen Gesellschaft soll sich die ewige Hierarchie spiegeln - von Gottvater über die Regierungen bis zum Vater, der gerecht herrschen soll, weil er sich dem Vorbild des ewigen Vaters verpflichtet fühlt: „Wo dagegen die katholische Zivilisation die Herrschaft verliert und in eine Periode des Verfalls eintritt, dort verfällt im selben Augenblick auch die Familie." Wo die „Rednertribüne" sich anmaße, über Wahrheit und Irrtum zu entscheiden, dort müsse die dogmatische Intoleranz der Kirche ein Segen sein, weil sie die Welt vor dem Chaos bewahre.

Das Mittel, den Sturz einer Zivilisation aufzuhalten, ist allein die Bekehrung - „ein Zusammenhang, der den Liberalen unverständlich bleiben muß". Die Februar-Revolution in Frankreich und die Revolution in Italien im Jahre 1848 überraschten Cortés im Unterschied zu seinen ehemaligen liberalen Parteifreunden nicht. Ihnen hatte er immer wieder vorgeworfen, die Gefahr, die von den revolutionären, anarchistischen und atheistischen Bewegungen Europas ausging, sträflich zu unterschätzen, und ihnen ihr plötzliches, geräuschvolles Hinscheiden vorausgesagt. [...]




Marconi: Gebet und Radio






Donnerstag, 9. November 2017

AT-TARIQ: Ein apologetisches Cartoon-Großprojekt zum Thema Islam und Christentum




Von einem wirklich beeindruckenden Projekt kann man beim Cartoon-Projekt AT-TARIQ (arab.: "Der Weg") des Vereins kathmedia sprechen. In 15 Folgen wird das Thema Christentum und Islam behandelt, wobei einerseits die muslimische Perspektive für den Zuschauer nachvollziehbar dargelegt wird, andererseits als Christ Rede und Antwort zum eigenen Glauben gestanden wird.

Heiße Eisen wie die Frage nach der Rolle der Scharia oder dem bis heute weit verbreiteten Vorwurf, Christen hätten die Botschaft Gottes verfälscht und Jesus sei nicht am Kreuz gestorben, werden selbstverständlich angefasst und offen und objektiv dargelegt. Auch für uns im Westen exotische Themen wie das sogenannte "Barnabas-Evangelium", das in der modernen muslimischen Welt als bester Beweis für die Fälschungs-Theorie gilt, werden nicht außer Acht gelassen. Oder das Thema "Dschinn".

Bei diesem Projekt (die Folgen kann man sich kostenlos auf Youtube anschauen, printbasiertes Begleitmaterial kann man hier bestellen) kann man tatsächlich von einem gelungenen Beitrag zum Thema Islam und Christentum sprechen.

Heute wurden die ersten beiden Folgen veröffentlicht. 
Die übrigen erscheinen ab 1. Dezember wöchentlich.






Sonntag, 29. Oktober 2017

Vollkommener Allerseelenablass. Oder: Epic Catholic Smugness zum Reformationstag


Am 31. Oktober ist Reformationstag. Martin Luther hat an diesem Tag gegen den Ablass protestiert.

Tags darauf kann man bis zum 8. November täglich einen Vollkommenen Ablass erwerben.

Passt. :3




Hier sind übrigens die Bedingungen:




Donnerstag, 26. Oktober 2017

Kirche und Macht. Oder: Warum Frau Florin selbst als Mann kein guter Priester wäre.



Mal ganz zum Anfang: Grundsätzliche Kritik an dem Buch "Weiberaufstand. Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen" wurde bereits von Claudia Sperlich und Peter Winnemöller geäußert. Vor allem Frau Sperlich bringt das ganze Dilemma dieser Diskussion, die sich eher als Monolog entpuppt, auf den Punkt:

[...] Zunächst mal ist es ein radikaler Machtverzicht, Priester zu werden. Bei der Weihe verspricht der Kandidat, lebenslang zu dienen, und unterwirft sich Gott in dem drastischen Zeichen der Prostratio vor aller Augen. Selbstverständlich hat ein Priester Autorität innerhalb der Gemeinde – aber nicht aus eigener Macht, sondern aus Gnade. Je höher er im Rang steigt, desto mehr Menschen dient er. Ja, es gibt Machtstrukturen in der Kirche, weil es notwendig verschiedene Ränge gibt. Aber anders als in einem weltlichen Verein oder einem Konzern wünscht sich kein Mensch, der alle fünf Sinne beisammen hat, an die Spitze zu steigen.

Dann ist Macht an sich eine in dieser Welt leider notwendige Sache, wenn irgendetwas erreicht werden soll. Gerechtigkeit ohne Macht ist nichts wert. (Daß Macht ohne Gerechtigkeit furchtbar ist, steht auf einem anderen Blatt – hier ist die Rede von der Kirche, die dem gerechten Gott gehört.) Frau Florin sagt: „Die Worte „Macht“ und „Kontrolle“ stehen in keinem lehramtlichen Schreiben zum Thema“ – da hat sie Recht, denn es geht nicht wesentlich darum, und sie fährt fort: „gerade deshalb stehen sie im Raum, sobald über Amt, Sakrament und Institution diskutiert wird“ – da hat sie Unrecht, denn es geht der Kirche um Gott, der allein alle Macht hat, und um das Heil aller Menschen, und basta. [...]


Zu dem generell an sich schon bescheuerten Thema "Ich werde eines Tages Priester/Priesterin, weil es so toll ausschaut" und "Weihe als Karrieresprungbrett" habe ich mich bereits geäußert. Diese Ansicht stellt bereits einen geistigen liturgischen Missbrauch dar und entehrt das heilige Priestertum Christi, das auf seine göttliche Person hin ausgerichtet hat und die Sakramente eben NUR DURCH IHN ihre wahre Wirkkraft bekommen. Es handelt sich hier weder um Trostpflaster noch um gemeinschaftliche Placebos, um einen besser fühlen zu lassen.

Wer solche Ansichten vertritt, befindet sich bereits außerhalb des allgemeinen Glaubens - auch wenn es vielleicht in manchen theologischen Seminaren gelehrt wird und der Dozent einem mit Punkteabzug drohen kann. In diesem Falle ist es oberste Pflicht, denjenigen auf diesen Irrtum hinzuweisen und in das Gebet einzuschließen, dass der Herr sich diese Person annehmen möge, sollte ein verweigerndes Verharren festgestellt werden.

Vor allem aber die Betonung auf "Macht" und "Kontrolle" lassen eine weitere Gefahr erblicken:
Dass Glaube kein gegebener Umstand, sondern eine verhandelbare Basis sei. Dabei handelt es sich um den Irrtum des Modernismus, der bereits von Papst Pius X. umfassend beschrieben wurde und sowohl eine Pseudoprofessionaliserung als auch eine Pseudoreform des kirchlichen Glaubens darstellt, deren letzter Schritt die Machtergreifung innerhalb einer Diskussion liegt, um die eigenen subjektiven Positionen abzusichern. Bei einigen Modernisten ging dieser Prozess sogar bis zur kompletten Auflösung des Glaubens.

Inzwischen ist dieser Subjektivismus zum landläufigen Alltag geworden, vor allem durch die vernachlässigte Katechese, der Herabsetzung der Gott zustehenden Verehrung und der Sakramente, der Verharmlosung oder sogar Leugnung des Zustandes der Sünde und eines Barmherzigkeitsbegriffes, der bis zur kompletten Schleifung der Disziplin geht - sogar der eigenen.

Genau diese Punkte sind es, die zum derzeitigen Notstand des Priesternachwuchses führten, nicht etwa der falsch verstandene Umstand, dass man sein Leben "nicht mehr vollkommen ausleben" dürfe, sei es durch fehlenden Geschlechtsverkehr oder die Unterordnung unter eine Autorität, die in den Augen der Welt jegliche Legitimität verloren hat, da die Welt nichts von Sünde, nichts von Schuld wissen will - unter Umständen sind ist ja Schuld verhandelbar und jeder sollte damit selbst zurechtkommen. Und in deren eigenem Bild Gott nur etwas zu suchen hat, solange er brav pariert und man Seiner habhaft werden kann für diverse moralistische Gesellschaftsappelle.

Es war genau diese Verwirrung, die die Priesterkandidaten kurz nach den "Konzilsreformen" (die in Wirklichkeit von vielen Theologen und Seminarleitern nach eigenen Gusto ausgelegt wurden) aus den Seminaren getrieben hat.

Wenn es keine Sünde gibt, wozu gibt es Gnade? Wenn es keine Gnade gibt, wozu dann die Kirche? Wozu Gott, wenn doch der Mensch und die menschliche Gesellschaft alleine zurechtkommen? Und wozu eine Wahrheit, wenn alles relativ und untereinander verhandelbar ist?

Dass es eine Sünde, aber auch Gnade; dass es Gott und sein Wirken gibt, wird zugunsten einer an die Welt und die Launen der Menschen angepassten Kirche regelmäßig fallen gelassen und unter den Schemel gestellt, weil man um gesamtgesellschaftlichen Einfluss und Mitsprache fürchtet - also um gesellschaftliche Macht.

Paradox ist es hingegen, dass gerade in den "traditionalistischen Gemeinschaften" ein regelrechter Ansturm sowohl von Gläubigen als auch den aus den Gläubigen hervorgehenden Priestern herrscht. Nicht nur, dass die obig angesprochenen Heilsmysterien innerhalb des göttlichen Gandenlebens direkt angesprochen werden und der Gottesdienst in der für viele irritierenden und eher als Abschreckend empfundenen Kirchensprache Latein gehalten wird - auch weltlich ist diesen Gruppen wenig Macht und Einfluss beschieden.

Die Petrusbruderschaft wird zwar vom Heiligen Stuhl anerkannt, trotzdem wird ihr gerade in Deutschland auch von Kirchenoberen regelmäßig ein Stock zwischen die Beine geworfen. Von den Kirchensteuergeldern erhalten sie praktisch gar nichts. Trotzdem bringen sie regelmäßig junge Priester hervor, um ihre Gemeinden am Leben zu halten.

Die Piusbruderschaft wird (bisher) kirchlich nicht vollständig anerkannt, auch seit der "Williamson-Affäre" haben sie in der Gesellschaft einen dubios-abschreckenden Ruf. Trotzdem kommen Gläubige und blühen auch dort Berufungen.

Warum? Weil es um das Leben mit und in Gott geht. So sehr man das auch will, man kann sich bei Gott nicht einschmeicheln mit Ansehen und Prestige - und man kann sich seinen Gott nicht zurechtbiegen, nur weil die Gesellschaft es so haben will oder durch bestimmte Begriffe verwirrt ist. Und gerade das bekennen diese Menschen aus und strahlen es auch nach außen hin aus.

Jeder Mensch hat eine Berufung, in der er sein Leben in Gott leben kann - und dieses Leben ist nur ein Vorgeschmack auf das ewige Leben, wenn wir für immer in der seligen Anschau bei ihm leben dürfen. Nicht das ewige herumlamentieren, wie toll und wunderbar doch alles wäre wenn ... was auch immer.

 Das ist das, was diese Neupriester verstanden haben. Es geht weder um irgendwelche Vorrechte noch um bestimmte Klauseln, die man nach Lust und Laune drehen kann, sondern um die reale Gegenwart des Herrn, der WIR uns anzupassen haben.

Und das scheint Frau Florin trotz ihres hohen Bildungsgrades nicht verstanden zu haben.





Montag, 23. Oktober 2017

Einzig der Name ist´s, der stört ... Teil 2.

Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Anders kann man sich den psychologischen Effekt nicht erklären, dass sofort alles, was Donald Trump macht, als gefährlich für die Gesellschaft, alles was aber Bernie Sanders macht, als gesellschaftlicher Fortschritt bewertet wird.

Schön, wenn man dabei auch mal zwischendurch die Etiketten vertauschen kann. ;-)




Donnerstag, 19. Oktober 2017

"A Handmaid´s Satire". Oder: Von der medialen Heuchelei der Liberalen.




"In der preisgekrönten Serie "The Handmaid's Tale" werden Frauen als Gebärsklavinnen unterdrückt. Seit Trumps Wahlsieg halten in den USA manche diese Zukunftsvision für erschreckend realistisch. [...]"

Es gibt einfach Artikel, die man sich so wirklich schön auf der Zunge zergehen lassen muss.


Seit dem 4. Oktober läuft im deutschsprachigen Raum die Serie "A Handmaid´s Tale - Der Report der Magd". Darin geht es um eine dystopische Zukunft in Amerika, in dem sich nach einer Reihe von Katastrophen ein christlich-fundamentalistisches-patriarchales Regime etabliert hat, das anscheinend nichts besseres zu tun hat, als Frauen alle Rechte zu nehmen, Homosexualität mit der Todesstrafe zu belegen und Angst gegenüber dem islamistischen Terror zu schüren. Ach so, und da ein Teil der Menschen durch Umweltgifte und Geschlechtskrankheiten unfruchtbar geworden sind, darf sich die männliche Oberschicht Sexsklavinnen halten, die aus noch Gebärfähigen Frauen besteht, um sich irgendwie fortpflanzen zu können.

So schräg, so gut. Wer Serien wie "Game of Thrones", "American Horror Story" und "Boardwalk Empire" kennt, dürfte von einem gewissen Gewaltpotential in Film und Fernsehen, das gut und gerne mal die Grenzen des Erträglichen überschreitet, nicht mehr groß überrascht sein. Überraschend ist bloß, wie gerade Liberale die Serie feiern.

Die Romanvorlage wurde 1985 von Margaret Atwood geschrieben. Entwickelt wurde die Serie vor dem Wahlkampf, als man noch vermutete, dass Hillary Clinton die Wahl eindeutig gewinnen würde. Woraus aber wie bekanntlich nichts wurde, weswegen viele Menschen derzeit weltweit am durchdrehen sind und in einer gewissen Morbidität immer neue Schreckensbilder suchen, mit denen man Donald Trump vergleichen kann. Hitler hat übrigens schon längst ausgedient. Und als harmlosen Dummschwätzer wie vor der Wahl kann man auch nicht mehr abtun - auch wenn er derzeit immer noch eher dazu neigt, dumme Sprüche vom Stapel zu lassen als eine Diktatur aufzubauen.

So verwundert es auch nicht, dass die Autorin zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse mit dem Friedenspreis ausgezeichnet wird. Und exakt das bestätigt, was deutsche Medien hören wollen:

[...] „Es ist nur allzuwahr geworden“, sagt die kanadische Schriftstellerin am Sonntag bei der Entgegennahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels zu ihrer gruseligen Dystopie. Sie verweist auf die Parlamente in einzelnen US-Bundesstaaten, die die Uhren ins 19. Jahrhundert zurückdrehen wollten, „um Frauen zu kontrollieren“. „Wir wissen nicht mehr genau, wo wir sind“, sagt die 77-jährige Atwood, eine scharfe Kritikerin Trumps und der US-Republikaner, in ihrer Dankesrede in der Paulskirche. „Wir wissen auch nicht mehr genau, wer wir sind.“ Der bisher vermeintliche so sichere Boden schwinde, da Rechtspopulisten Werte wie Freiheit und Demokratie sogar plötzlich auch in Ländern wie den USA und Großbritannien bedrohten.
Auch in Deutschland sei spätestens bei den jüngsten Wahlen „eine verbotene Kammer“ wieder geöffnet worden, wie sie sagt.
[...]

Im Sinne "Wir wissen nicht mehr genau, wer wir sind" hat Atwood im Großen und Ganzen eigentlich recht. Wir befinden uns derzeit in der Krise der Moderne. Alles hat man versucht. Den "Krieg, der jeden Krieg beenden soll" (1914), die "Befreiung der Arbeiter" (1917), die "Befreiung des Volkes" (1933), die "Befreiung der Sexualität" (prä-1968), die "Abschaffung der Hierarchie", die "Abschaffung der Grenzen" usw. Jedes Mal hat man einen Schuldigen gesucht, wenn man nicht mehr mit sich selbst oder die Gesellschaft mit sich fertig geworden ist. Und wenn ihn gefunden hat, lief alles komplett aus dem Ruder. 

Einsicht? Nein, es hat sich einfach ein neues "Problemfeld" geöffnet, dem man sich nun mit seiner "Moralischen Panik" zuwenden kann, um sich ja nicht mit der Ahnung beschäftigen zu müssen, dass man gerade dabei ist, die gleichen Fehler zu machen - und es sich noch schön redet.

Gerade auf der Frankfurter Buchmesse hat man das wunderbar gesehen. 

Seit Jahren kommen Verlage wie Die Junge Freiheit, Manuscriptum und Antaios auf die Buchmesse. Jahrelang ist nichts passiert. Plötzlich seit dem "Sieferle-Skandal" - den die Kritiker des verstorbenen Rolf-Peter Sieferle mit überzogenen Anschuldigungen selbst losgetreten haben - und dem Erfolg der AfD bemerkt man plötzlich, dass "rechte Verlage" (wie der Verlag Antaios, der es wagte, das Buch zu veröffentlichen) sich auf der Buchmesse herumtummeln und dass man sich mit ihnen auseinandersetzen müsse.


1. Tam-Tam machen, dass "rechte Verlage"/"rechtsradikale Verlage"/ vulgo: "Nazi-Verlage" vertreten sind.
2. Stiftungen "gegen Rechtsextremismus" platzieren, die nichts mit der Buchmesse zu tun haben.
3. Ganz genau angeben (sic!), wo sich diese Stände befinden. Natürlich zur "Auseinandersetzung".
4. Wenn irgendwas passiert: Nichts sagen.
6. Wenn es zum Skandal in der Öffentlichkeit kommt: Bedauern.
7. Und vor allem: Wenn es zur Gewalt kommt, dann sind natürlich "die Rechten" schuld. 
9. Sollte es zu "Tumulten" kommen: "Die Rechten" sind schuld durch ihre pure Anwesenheit.
10. Und wichtigster Punkt: Ich habe alles richtig gemacht.


Ganz wichtig ist es, wenn man von einem imaginären Nazi verprügelt wird, obwohl man eigentlich selbst für Krawall sorgen wollte. Okay, es ist wichtig, solange das nicht rauskommt.



Das wäre einmal die eine Seite dieser Heuchelei, die sich zumutet, zum Fahneneid der öffentlich-rechtlichen Gesellschaft zu werden.

Die andere Seite besteht darin, offenkundige Parallelen zu verschweigen. 
Es ist vollkommen einfach, mit dem Konjunktiv Vorwürfe zu konstruieren. Donald Trump KÖNNTE so sexistisch sein, dass er Frauen die Rechte entziehen kann. Sein Vertreter KÖNNTE so fundamental sein, dass er eine Theokratie errichten kann. Ob sie es auch tun, steht nicht zur Debatte. Da macht es auch keinen Unterschied, wenn man beiden auch zutraut, im schlimmsten Falle Sexsklaverei einzuführen. 

Womit man eine deutliche Sache ignoriert: Es gibt sie schon. Und gerade diese Personen sagen hierzu nichts. In der Serie werden Frauen vergewaltigt, um den Nachwuchs der Oberschicht zu sichern.

Was ist mit den Frauen in Asien, die so arm sind, dass sie als Leihmütter für die Wohlhabenden fungieren müssen? Und man sie einfach sitzen lässt, wenn "was schief läuft"?Ach nein, so ein Vergleich wäre ja herzlos gegenüber den unfruchtbaren Ehepaaren und gegenüber den homosexuellen Paaren vor allem homophob - auch wenn diese Meinung selbst von Homosexuellen geäußert wird. 

Das Kind wird zur Ware, die Mutter zum Dienstleister, der nicht weiter an die "Kunden" gebunden ist und sich danach wieder ihren eigenen Geschäften nachkommen muss, ohne dass man sie weiter beachten muss. 

Vor vielen Jahren gab es einen Skandal, weil der ehemalige ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa bei seiner Kritik an der deutschen Familienpolitik den Begriff "Gebärmaschine" verwendet hat - übrigens ein Ausdruck, der auch oft in den deutschen Kommentaren zu "A Handmaid´s Tale" verwendet wird -, um die Reduzierung der Mutter auf das Kinderkriegen zu kritisieren. Die deutschen Medien drehten den Strick natürlich so, dass es den Anschein machte, dass ER Frauen so ansieht. Der Rest fiel einfach unter den Tisch.

Dass zu den damaligen Mitempörten auch Mitglieder der GRÜNEN gehörten, die letztendlich für diese Marschrichtung der Famlienneudifiniton verantwortlich sind, braucht man an dieser Stelle wahrscheinlich nicht mehr anzumerken. Dass diese Politiker dann öffentlich mit dem Argument für Einwanderung stehen, damit der Deutsche* - der sich ja bei so viel Kinderunfreundlichkeit scheinbar nicht mehr so doll vermehren will - an sich wieder Deppen hat, die sich für seine Rentenkasse abschuften ... lassen wir das, so etwas widerlich-oppotunistisches braucht einfach keinen Kommentar mehr. Das ist einfach moderner Kolonismus.

In den USA sieht es auch nach den Skandalen um Planned Parenthood, sowie den links-liberalen Abdeckversuchen (wo auch obig genannte Mrs. Clinton mitmischte) nicht viel besser aus. Inzwischen steht dieser Abtreibungskonzern (und das ist PP im Endeffekt) als nationale humanitäre Organisation da. Mit dem immer noch Geschäfte gemacht werden. 

Und hoppla - Planned Parenthood versteckt sich hinter den popkulturellen Vorwürfen, die mit "A Handmaid´s Tale" gegen deren Kritiker der "Abtreibungsrechte" erhoben werden. Und will die Autorin mit einem eigenen Preis auszeichnen. Wenn das mal nicht überrascht.

Aber bei solchen Themen regt man sich generell gerne auf, egal wie absurd der Grund auch ist.

Man dürfte an dieser Stelle ernsthaft gespannt sein, wie die Geschichte eines Tages diese Ereignisse bewerten wird. Vielleicht wird das Werk von Margaret Atwood eines Tages in die neu entdeckte Gattung der Realsatire eingeordnet werden ...


* Pardon. Es heißt natürlich: Menschen, die hier länger leben. Und diese Forderung stellten natürlich auch andere Parteien.


Mittwoch, 11. Oktober 2017

Milo Yiannopoulos: "Die Kirche wurde auf einem Felsen gegründet, nicht auf einer Umarmung"




Man könnte an dieser Stelle natürlich Vermutungen anstellen. Milo Yiannopoulos ist homosexueller Katholik mit jüdischer Abstammung, journalistisches Enfant terrible, bekennender Trump-Unterstützer, Gender Mainstream-Gegner und Anti-Feminist (natürlich gegen die heute öffentlich als "normal" eingestufte toxische Version), Fr. James Martin Jesuitenpriester, bekennender LGBT-Unterstützer und SJW-Liberaler, der unter dem Deckmantel der Orthodoxie praktisch kirchliche Lehren verdreht.

Vielleicht ging man einfach davon aus, dass man über Milos sexuelle Vorlieben irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner kommen könnte. Dass Fr. Martin in seinem eignen Interview mit den Kirchenlehrern, dem kirchlichen Lehramt, katholischen Literaten (u.a. G.K. Chesterton und Evelyn Waugh ) und bei aller Keckheit mit dem Verweis auf die Tugend der Demut (Milo bitte explizit am Ende, für ihn zu beten) verdroschen wird, dürfte wohl der Grund dafür gewesen sein, dass dieses überaus lesenswerte Interview NICHT vom Jesuiten Magazin "American Magazine" abgedruckt wurde.


[...] Sie sehen mich nicht Diskutieren über die Lehre der Kirche zur Homosexualität. Es gibt dort keine geistige Verspannung, denn ich würde niemals davon träumen, der Kirche zu befehlen, ihre harte Wahrheiten zu verwerfen, nur damit sie mich in der Hoffnung, dass ich mich besser fühle, anlügt. Ich liebe die Wahrheit, nicht die Lügen, und ich weiß, dass niemandes Gefühle die Grundlage für Wahrheit sein können.

Das ist der Grund, warum ich diese Katholiken nicht verstehe - wie auch, verzeihen Sie mir meine grauenhafte Frechheit, den Herausgeber dieses Magazins, Fr. Martin - , die davon ausgehen, dass wenn die Menschen das nicht mögen, was die Kirche sagt, die Kirche falsch liege oder sich entschuldigen solle. Die Kirche wurde auf einem Felsen gegründet, nicht auf einer Umarmung. [...]